Aufgrund einer Anfrag möchte ich zu folgender Orientierungsfrage kurz Stellung nehmen:
Nehmen Sie zu dieser Aussage Stellung: „Ein Projekt ist ein komplexes, psychosoziales System.“
Wir haben darüber gesprochen, dass komplexe Probleme und Aufgaben häufig nur in Projektform effizient und effektiv bearbeitet werden können. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass die Stammorganisation (z.B. Linienorganisation oder auch Prozessorganisation) nicht darauf ausgelegt ist, derartige Aufgaben zu lösen. In der Stammorganisation werden Routineaufgaben und Routineprozesse bearbeitet.
Projekte sind also komplexe Systeme.
Weiters sind Projekte psycho-soziale Systeme. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass soziale Systeme (im Gegensatz zu technischen Systemen) dadurch geprägt werden, dass MENSCHEN wesentliche „Systemelemente“ sind.
Wenn Sie also Stellung zur oben genannten Frage beziehen, dann sollten Sie zuerst auf die einzelnen Begriffe eingehen (Was bedeutet Komplexität? Was ist ein System? Was ist ein soziales System?). Darauf aufbauend sollten Sie erläutern, warum Projekte psychosoziale Systeme sind und was daraus resultieren kann.
Wenn ich schon von Ihnen verlange, das Planspiel mittels Lessons Learned zu reflektieren, dann tue ich das natürlich auch.
Zuerst zu den positiven Punkten der letzten Tage:
Ich hatte den Eindruck, dass (fast) alle mit Interesse und Engagement bei der Sache waren. Dafür bedanke ich mich. Es hat Spaß gemacht, mit Ihnen zu arbeiten.
Die Teams haben – soweit ich das beurteilen kann – konstruktiv zusammen gearbeitet. Unterschiedliche Auffassungen wurden sachlich und respektvoll diskutiert.
Sie waren (mehrheitlich) offen für Anregungen und Inputs.
Und: Auftretende technische Probleme und sonstige Unannehmlichkeiten (z.B. häufige Raumwechsel bei der ersten Runde) haben Sie gelassen hingenommen.
Was von meiner Seite her zu verbessern ist:
TOPSIM ist technisch nicht mehr wirklich auf dem neuesten Stand. Dadurch ist die Simulation recht anfällig für technische Probleme. Die sind insbesondere in der ersten Durchführungsrunde (Di/Mi) aufgetreten. Dies gilt es in Zukunft zu vermeiden (durch ausgiebigere Tests und eventuell frühzeitigere Installation).
Das Planspiel an zwei halben Tagen zu spielen, fordert recht viel Energie und Konzentration aller beteiligten. Ich nehme die Rückmeldung, die Spieldauer auszudehnen, gerne an. Allerdings sind dafür nicht mehr Stunden vorgesehen.
Weiters werde ich versuchen, einzelne Theorie-Inputs während des Spiel noch stärker zu planen, vorzubereiten und in den Prozess einfließen zu lassen.
Mein Fazit:
Ihr Jahrgang zeichnet sich in meiner Wahrnehmung durch ein gutes Klima der Zusammenarbeit aus.
Bei einzelnen Studierenden würde ich mir – in Ihrem eigenen Interesse – mehr Engagement und Offenheit für Anregungen wünschen. Aber schlussendlich entscheidet jede/r selbst, wie viel oder wenig er oder sie aus Vorlesungen und Übungen mitnimmt. Lernen ist immer ein individueller Prozess.
Falls in den nächsten Jahren wieder die Zeit besteht, Lernspiele und Simulationen im Bereich Projektmanagement durchzuführen, werde ich wahrscheinlich auf andere Tools ausweichen (LEGO Serious Play). Denn die TOPSIM Simulation hat zwar eindeutige Stärken in der Simulation komplexer Zusammenhänge, aber diese Lerneffekte sitzen nur dann wirklich tief, wenn man in der Systemtheorie schon über zumindest ein Grundlagenwissen verfügt.
Noch einige letzten Anregungen, die mir am Herzen liegen:
Bleiben Sie (selbst)reflektiert und (selbst)kritisch.
Bleiben Sie offen für neue Inhalte und Reize.
Diskutieren Sie Lerninhalte mit Studienkolleg/innen intensiv durch.
Sehen Sie Fehler als etwas Positives und Wichtiges an. Fehler bergen das größte Lernpotenzial!
Bleiben Sie gelassen aber trotzdem neugierig.
Oder wie es Steve Jobs sagen würde: „Stay hungry, stay foolish.“
Hr. Abbrederis hat in der letzten Vorlesung am Freitag richtigerweise nachgefragt, ob der Fokus auf Prozess- und Projektmanagement gerechtfertigt ist, oder ob es sich eventuell um eine „Werbeveranstaltung“ handelt. Ich bin dankbar für solche kritischen Fragen, da wir dadurch die Gelegenheit haben, die Themen noch besser auszuleuchten.
Ein zentrales Ergebnis war, dass Prozessmanagement neben dem Thema Kostenreduktion/Restrukturierung ein zentrales „hartes“ Veränderungsthema darstellt – gefolgt von Innovationsmanagement. Projektmanagement wurde den „weichen“ Veränderungsthemen zugeordnet, wenngleich im Artikel darauf hingewiesen wird, dass Projektmanagement gleichermaßen harte und weiche Komponenten beinhaltet.
Das Modul „Leistungsentwicklung und Life Cycle Management“ beinhaltet somit fast identisch jene Themenfeldern, die auch von der Praxis als zentrale Veränderungsthemen der nächsten Jahre gesehen werden. Hier noch das Studienergebnis als Gesamtbild:
Im LMS finden Sie nun im Unterordner „Reader“ einige Artikel, die Sie im Selbststudium erarbeiten sollten. Zum jetzigen Zeitpunkt empfehle ich Ihnen, die Artikel aufmerksam durchzulesen. In den nächsten Tagen werde ich Ihnen eine detaillierte Fragenliste zur Verfügung stellen, die sowohl relevante Punkte aus der Vorlesung wie auch bzgl. der Artikel beinhalten wird. Diese Fragen sollen Ihnen helfen, sich auf die wesentlichen Themen zu fokussieren.
Die Artikel sind zu folgenden Themen:
Eigenschaften eines guten Projektmanagers / einer guten Projektmanagerin (Horstman’s Laws)
Erfolgsfaktoren im PM
Voraussetzungen / Rahmenbedingungen für erfolgreiches PM
Zukunft des PM
Der PM Reader ist selbstverständlich prüfungsrelevant.
Viel Stoff – wenig Zeit, so lautet der Titel des neuen Buches von Prof. Dr. Martin Lehner, ehemaliger Hochschullehrer an der FH Vorarlberg. In diesem Dilemma werden wir uns auch im Modul „Projektmanagement“ befinden.
Klar ist, dass Sie als Studierende begrenzte Zeitbudgets haben. Klar ist weiters, dass Sie diverse Veranstaltungen parallel haben und tendenziell jede/r Dozent/in sein Thema für das Wichtigste hält Auf der anderen Seite muss Ihnen natürlich auch klar sein, dass wir gemeinsam definierte Lernziele zu erreichen haben.
Um Ihnen ein erstes Bild davon zu geben, welche Inhalte Sie unter anderem erwarten werden:
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Wir haben uns vorgenommen, Sie durch eine abwechslungsreiche und hoffentlich effektive Didaktik in Ihrem persönlichen Lernprozess bestmöglich zu unterstützen. Auf der anderen Seite werden wir von Ihnen aber auch ein gewisses Maß an Engagement und SELBSTSTUDIUM verlangen. Dann werden Sie hoffentlich nach dem Semester sagen können: „Die Projektmanagement-Vorlesung hat mir was gebracht. Da habe ich was Sinnvolles gelernt.“
auch dieses Jahr werden wir wieder einen Blog als begleitendes Medium einsetzen. Warum?
Weil wir hier vertiefende Hinweise zu einzelnen Themen geben können.
Weil wir hier auf ihre Fragen im Detail eingehen können.
Weil Sie uns hier auch Feedback (positiv/negativ) zu einzelnen Themen der Lehrveranstaltung (Inhalte, Didaktik…) geben können.
Weil sich dieses didaktische Instrument in den letzten Jahren bewährt hat.
Die Inhalte der letzten Jahre bleiben auch weiterhin veröffentlicht. Da wir aber versuchen, die Veranstaltung kontinuierlich zu verbessern und auch dem Feedback der letzten Jahre zu lernen, wird es so sein, dass sie die Inhalte dieses Jahres mit jenen der letzten Jahre nicht 1:1 decken.
Zeit ist heutzutage häufig der „limitierende Faktor“, der eine gesunde Work-Life-Balance schwierig bis unmöglich macht. Umso wichtiger ist es, das persönliche Zeitmanagement zu verbessern und daran zu arbeiten. Dies gilt insbesondere auch für Studierende des berufsbegleitenden Studiengangs.
Hier finden Sie einen interessanten Artikel zu dem Thema mit vielen Guten Anregungen. Nun dürfte hervorragenden Leistungen im Studium nichts mehr im Wege stehen…